Wie merken Gehörlose, dass jemand an der Tür klingelt, das Telefon läutet oder ihr Baby schreit?

Um Gehörlosen den Alltag weitmöglichst zu erleichtern wurde eine Vielfalt an technischen Hilfsmitteln entwickelt. Hauptsächlich handelt es sich um Licht- und Vibrationssysteme, die folgende akustische Signale in visuelle und taktile Signale umwandeln sollen:

Telefon, Türklingel, Alarm, Fax und das Weinen oder Schreie eines Babys.

Zu finden gibt es verschiedene Sender und Empfänger, welche die Signale für Gehörlose sichtbar machen. Dazu werden das Telefon, die Türklingel und das Babyphone an eine Lichtsignalanlage angeschlossen. Die Installation hierfür ist einfach und unkompliziert. Es besteht auch die Möglichkeit die Türklingel mit dem Smartphone zu verbinden. Weiter gibt es beispielsweise Lichtwecker, Wecker mit Vibrationsalarm, nicht-akustische Funkrauchmelder etc.

Zum Telefonieren stehen Gehörlosen Schreibtelefone zur Verfügung. Sie können aber auch über Bildtelefone, E-Mails, SMS und Chatprogramme kommunizieren. Für Alltagssituationen wurden Vermittlungszentralen eingerichtet, über die Gehörlose mit Hörenden kommunizieren können. Probleme ergeben sich jedoch im öffentlichen Raum, beispielsweise bei Durchsagen im öffentlichen Verkehr, Autohupen oder Alarmsirenen.

Medizinische Hilfen für hörbehinderte Menschen

Die Medizin bietet ebenfalls die Möglichkeiten an, die Hörschädigung, zumindest zum Teil, auszugleichen. Hörhilfen, also das reine Verstärken eines Audiosignals, ist bei Gehörlosen nicht möglich, sondern nur bei hörgeschädigten Personen, bei denen ein gewisses Restgehör besteht.

Das meist verbreitete Hilfsmittel bleibt wohl das Hörgerät. Die modernen Hörgeräte können, je nach Schädigungsgrad, einen Hörverlust von mehr als 50 Dezibel ausgleichen. Komfortabler als das Ringschleifen-System, ist das drahtlose System, welches ein IR-Signal oder ein FM-Signal zur Übertragung der Audioinformation an den Schwerhörigen, verwendet.

Weiter gibt es das Cochlea Implantat (CI), welches bei Patienten eingesetzt werden kann, die durch Schäden an der Cochlea (Schnecke), bzw. Schäden am Hörnerv, ertaubt sind und deren Gehörnerv noch intakt ist. Das bedeutet, der Hörnerv ist intakt, aber er ist nicht mehr in der Lage Reize von den Haarzellen zu empfangen. Das CI ist eine Innenohrprothese, bei der ein Elektrodenarray in einer Operation in das Innenohr, also die Hörschnecke, eingeführt wird. Es gibt verschiedene Ausführungen des CI´s – single oder multichannel, single electrode oder split. Eines haben jedoch die verschiedenen Ausführungen gemeinsam, sie versprechen eine bessere Hörqualität bei einer größeren Bandbreite  von wahrnehmbaren Audiofrequenzen.

Bestehende technische Hilfsmittel

Es gibt eine Reihe von Lern- und Trainingshilfen zum Erlernen der Gebärdensprache, wie Notationssysteme oder Gebärdensprachkurse, aber auch elektronische Hilfsmittel zur Fernkommunikation, wie Schreibtelefone, Handys, Telefax, Bildtelefone und Mobiltelefone.

Was es das Fernsehen und die Untertitelung betriff, hat Amerika einen Vorsprung. Dort wurde noch im Jahr 1990 der „Americans with Disabilities Act“ verabschiedet. Somit sind Filmproduzenten und Verleiher von Videokassetten gesetzlich dazu verpflichtet ihre Produkte mit verdecktem Untertitel zu versehen. Gearbeitet wird auch an der Entwicklung von virtuellen Gebärdensprachdolmetschern (ViSiCAST), die in Form eines Avatars auf den Bildschirm eingeblendet werden könnten.

Der enorme Einfluss des Fernsehens auf unsere Gesellschaft steht außer Zweifel. Daher ist man weiterhin bemüht Menschen mit einer Hörschädigung ein dermaßen wichtiges Medium nicht vorzuenthalten, um einen Einschnitt in deren Lebensqualität zu vermeiden. Neben der Arbeit an einem virtuellen Gebärdensprachendolmetscher, ist man auch bemüht den Betroffenen den Besuch eines Kinos möglich zu machen, damit Gehörlose nicht mehr außen vor bleiben. Die App für Gehörlose heißt „Starks“ und zeigt den Untertitel für Hörgeschädigte auf dem Smartphone an.